
Dieser Weg führt über alte und moderne Ortschaften, wobei die Erinnerung an die Naturgeschichte dieser Landstriche, die durch Flüsse und Meeresströmungen aber auch von Menschenhand gebildet wurden, wieder wach wird.
Der Weg folgt der Spur der Kanäle des alten Venezianischen Wasserwegs, der von dem nördlichen Teil der Lagune von Venedig die Flüsse Sile, Piave und Livenza erreicht, indem er sich in die Marschlandgebiete und daraus nach verschiedenen Richtungen hineinverzweigt.
Dicht aneinander liegende Dörfer und Betriebsflächen entwickelten sich entlang der Küste, bis sie die lange Halbinsel nördlich von Cavallino völlig bedeckten.
Diese Halbinsel ist ein natürlicher Schutzwall eines der schönsten und interessantesten Gebiete des nördlichen Teils der Lagune von Venedig, wo die durch Menschenhand gebauten Gebiete harmonisch mit den grenzenlosen Horizonten der Himmel über dem Marschland abwechseln.
Etappen: Caorle (Abfahrt von der Kirche Madonna dell’Angelo) - Porte di Brian - Torre di Fine - Cortellazzo - Fluß Piave - Jesolo Paese - Fluß Sile - Porte del Cavallino - Marschland und Wassergebiete des nördlichen Teils der Lagune - Treporti - Lio Piccolo - Mesole - Ca’ Savio.
Länge: 58 km
Sehenswertes: Schlösser, geschichtsträchtige Gebäude, Aussichten, Birdwatching, Flora, Fauna![]()
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Bemerkungen: einige Strecken entlang diesem Weg, und besonders in der Nähe der Straßen Richtung Meer, können oft sehr viel Verkehr und insbesondere in den Sommermonaten aufweisen.
In der Nachsaison lohnt es sich, ein wenig Zeit der Entdeckung des Strandes und der Besichtigung der Laguneninseln zu widmen.
Nachdem Sie die Schutzklippen auf der Promenade von Caorle, die von Meeresströmungen und von geschickten Händen gemeißelt wurden, verlassen haben, fahren Sie die malerische Straße entlang dem Kanal mit Fischerbooten hinunter, bis Sie die Kreuzung mit der Landkreisstraße erreichen.
Hier fahren Sie weiter nach Westen, wobei Sie über die kleine Brücke Saetta Richtung Porto Santa Margherita, einem bekannten Badeort in Sichtnähe der Livenza-Mündung, weiterfahren.
Sie fahren hier weiter Richtung Eraclea Mare, bis Sie den Kreisverkehr mitten in Valle Altanea, ein ehemaliges Marschgebiet, erreichen; von hier aus fahren Sie Richtung Norden, um die Flußsiedlung Brian zu erreichen.
Nachdem Sie den Kanal Largon hinter sich gelassen haben und an dem kleinen Dorf vorbeigefahren sind, erreichen Sie die Porte di Brian, eine beeindruckende Schleuse, die das Heraufdringen der Salzgewässer in die Feldgräben des der Landwirtschaft gewonnenen Marschgebiets verhindert.
Sie verlassen nun die malerische Landschaft des verzweigten Flußnetzes und fahren weiter den Kanal Largon entlang nach Torre di Fine.
Die Straße führt in eine sehr schöne Landschaft hinein, wo viele Anlagen zur Bodentrocknung, Villen und Bauernhöfe liegen, umgeben von Bäumen, Obstgärten und Reisfeldern (den letzten Reisfeldern zwischen Piave und Livenza).
Nachdem Sie Torre di Fine verlassen haben, fahren Sie weiter die via Revedoli den gleichnamigen Kanal entlang hinunter, an einer Kreuzung unter der Brücke vorbei, die nach Marina di Eraclea führt.
Kleine Häuser, am Ufer festgebundene Boote und Fischnetze zeugen von einer traditionsreichen und noch lebendigen Beziehung zwischen den Einwohnern dieser Gegenden und ihrem Fluß.
In der Nähe einer Schiffsbrücke, bevor Sie das gegenüberliegende Ufer des Flusses Piave erreichen, lohnt es sich, nach Süden auf dem unasphaltierten Ufer den Kanal Revedoli entlangzufahren, bis Sie den Punkt erreichen, wo sich der Kanal vom Fluß trennt.
Die nun verwahrlosten Schleusen, die den Weg des alten Venezianischen Wasserwegs markierten, der über verschiedene Kanäle die Lagune von Marano erreichbar machte, und die Wache auf dem gegenüberliegenden Ufer liegen über dem Uferschilf und den in der Luft schwebenden Waagenetzen.
Der Zauber dieser Landschaft begleitet Sie, über der Schiffsbrücke wenig über der Wasseroberfläche geankert, zum gegenüberliegenden, rechten Ufer des Piave bis hin nach Cortellazzo.
Von Cortellazzo aus, dem kleinen Fischerdorf gegründet auf den Toren des Venezianischen Wasserwegs auf der Höhe des Cavetta Kanals, fahren Sie weiter nach Jesolo Paese.
Sie fahren auf der Straße auf dem Ufer dieses schiffbaren Kanals, der heute die Flüsse Sile und Piave vereinigt und der 1595 gegraben wurde, um die Probleme einer viel zu gefährlichen Nähe der Piave Mündung zum Laguneneingang bei Treporti zu lösen.
Entlang dieser 6 Km Straße Richtung Jesolo wechselt eine Landschaft aus breiten, der Einfelderwirtschaft gewidmet Oberflächen, aus ausgedehnten Obstgärten und aus mächtigen Gebäuden alter Bauernhöfe ab, die nun reich an Farben und Tönen einer Flußlandschaft ist.
Zur Ampel angekommen, sehen Sie auf Ihrer linken Seite eine Drehbrücke; an der Kreuzung fahren Sie weiter gerade aus die via Cesare Battisti herunter, bis Sie das im 18. Jh. gebaute Gebäude, die jetzige Stadtbibliothek, und die Piazza I Maggio hinter sich lassen, dann weiter nach links, die Drehbrücke über dem Sile, der das ehemalige Flußbett des Piave besetzt, hinüber.
Auf dem anderen Flußufer fahren Sie die via Rimembranza hinunter, bis Sie den Fluß wieder erreichen und auf seinem rechten Ufer, die via Cristo Re hinunterfahren können.
Die Strecke, zuerst auf asphaltierter Straße, danach auf einfachem Kieselsteinboden, läuft den Fluß entlang in die Lagune um Dragojesolo hinein, die wohl einen ersten Eindruck von den nachherigen breiten Lagunenhorizonten geben kann, bis hin zu den Toren der Schleuse vor Cavallino.
Diese Tore, wie viele andere, die man in der Nähe der Flußmündungen um die Lagune herum findet, wurden von der Serenissima, der alten Republik Venedig, gebaut, um das Dringen von Süßwasser in die Lagune zu verhindern, damit das salzige Lagunenwasser und die Lagunenlandschaft durch Mischung der Gewässer nicht gestört werden könnte. Auf solche Weise wurde zum Beispiel das Heranwachsen von Schilf begünstigt und die Versumpfung der Lagune vermieden.
Die Schleuse von Cavallino verbindet die Wasserwege von Lagune und Kanälen und bildet damit den Anfang des Venezianischen Wasserwegs.
Vom malerischen Dorf an den Schleusetoren gelegen, fährt man über den Fluß, indem man vom Fahrrad absteigt und über einen metallenen Laufsteg geht, bis man via Fausta, neben der neuen Brücke auf dem Sile, erreicht.
Wenn Sie Richtung Meer weiterfahren, können Sie die Silemündung in der Nähe des Leuchtturms erreichen.
Boote verschiedener Art und Größe sind in dem letzten Teil des Flußbettes geankert und verraten damit die menschlichen Tätigkeiten, die mit Wasser zu tun haben: von alters her das Fischen, in moderner Zeiten den Fremdenverkehr.
Am Anfang der vielbefahrenen via Fausta hingegen, Richtung Cavallino, bemerken Sie auf der rechten Seite eine schmale, umzäunte Landeszunge.
Es handelt sich um die Biophänologische Station von Cavallino, eine äußerst alte Küstenlinie, deren noch heute guterhaltene Fossildünen einem botanischen Studium über die nordadriatische Küstenflora unterzogen werden.
Von der Hauptpiazza in Cavallino nehmen Sie nach rechts die via Pordelio und fahren Sie die Straße hinunter, wobei Sie auf der einen Seite die Lagune mit dem Bereich Valle Falconera mit dessen gleichnamigen Insel, dem Bereich Valle Musestre und dem Kanal Pordelio, auf der anderen Seite dicht aneinanderliegende mit Gemüse angebaute Felder entlangfahren.
Nach ca. 7 Km finden Sie eine Kreuzung mit Ampel, wo Sie nach rechts einbiegen und die Drehbrücke über dem Pordelio finden: Treporti kann man schon durch die beiden malerischen Glockentürme, die über der Kirche aus dem 17. Jh. Wache halten, aus der Ferne erkennen.
An der nächsten Brücke über dem Kanal Portosecco können Sie ein sehr charakteristisches, breites und flaches Lagunenschiff beobachten, das jahrzehtelang für die Beförderung bekannter Gemüsewaren aus der Küste bis zum Rialtomarkt in Venedig benutzt wurde.
Nach einer Piazza und über eine dritte Brücke gelangen Sie zu einem Scheideweg.
Auf der linken Seite führt der Weg zur Ricettoria, einem beeindruckenden Ort an der Kreuzung der drei Kanäle Treporti, Burano und San Felice, und von dem Sie ein Schiff zu den Hauptinseln des nördlichen Teils der Lagune von Venedig nehmen können: Burano, Torcello, Murano, Sant’Erasmo und natürlich Venedig.
Auf der rechten Seite fahren Sie weiter den Kanal Saccagnana entlang, wobei Sie von nun an die Schilder nach Lio Piccolo verfolgen sollen: angebaute Felder, die von Bauernhäusern mit ihrer typischen Lagunenarchitektur markiert sind, und moderngeschützte Anbauflächen wechseln mit Gräben, Kanälen und Sümpfen ab.
An der Kreuzung, wo Sie eine Bushaltestelle finden, biegen Sie nach links ein und durchqueren den beeindruckenden Hof der Piazza del Prà, den geschichtlichen Mittelpunkt der Insel Saccagnana, der von alten Landhäusern, von einem Patrizierhaus und vom Oratorium gesäumt ist.
Die Straße wird hier enger, indem sie sich zwischen Häusern auf das Ufer hinaufschlängelt, wo sie plötzlich eine Grenze bildet: auf der einen Seite das Festland, rational gegliedert und geteilt durch Felder und Treibhäuser, auf der anderen Seite die breite Landschaft des Marschlands, der Fischbecken; weit hinten, jenseits des Kanals San Felice, sieht man die Glockentürme von Burano und Torcello.
Die wechselbaren Flächen des Marschlands, auf denen schlängende Verzweigungen kleiner Kanalspuren laufen, und die fliegenden Stelzenläufer und Aigretten darüber begleiten Sie entlang der Straße in einer Landschaft voller Licht, Töne und bezaubernder Stille.
Die Straße führt Sie zum kleinen Dorf von Lio Piccolo, einem alten Lido, der sich heute mitten in der Lagune befindet.
Sie befinden sich nun im Herzen des nördlichen Teils der Lagune von Venedig, in einem der interessantesten Gebiete der ganzen venezianischen Lagunenlandschaft, was die Umwelt betrifft, einer idealen Umwelt für durchziehende oder hier den Winter verbringende Vogelarten: Reiher-, Enten- und Watvogelarten.
Typisch ist auch die Marschvegetation: Limonius, Arthrocnemum, Aster und Artemisia, die wegen der Farbepracht, die sie dem ganzen Marschland geben, von Juli bis September, während ihrer Blütezeit, am schönsten sind.
Nach einem kurzen Halt in der kleinen, von hundertjährigen Brustbeeren geschmückt ist, kehren Sie zurück, wobei sie in der Nähe der Brücke nach Mesole einen kurzen Abstecher nach links machen.
Hier finden Sie ruhige Ecken, wo die Zeit stehengeblieben zu sein scheint: manche Häuser sind von gepflegten Gemüse- und Obstgärten umgeben, eine winzige Kapelle, ein ehemaliges Kloster aus dem 16. Jh. sind die Zeichen der geschichtsvollen Anwesenheit menschlicher Siedlungen auf der schmalen Landzunge von den Mesole.
Nun kehren Sie zurück nach Treporti und von dort aus immer gerade aus nach Ca’ Savio.
Dieser Ausflug wird von der Genossenschaft Limosa Operatori Naturalisti vorgestellt.
Webseite: http://www.limosa.it
Erschienen bei Achab Editoria - Scorzè
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