Vom Meer bis hin zu den Dünenstränden, vom Schilf bis zu den seichten Lagunengewässern, vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung, auf den schmalen und langen Landeszungen pulsiert das Leben. Als dünner Wall zwischen Meer und Lagune, sind die Landeszungen entlang der Küste, die Lidi, der natürliche Schutz einer kunst-, kultur- und wirtschaftlich reichen Gegend, dessen Herz in Venedig zu finden ist. Die Beziehung zwischen Mensch und Lagune ist noch sehr stark, und die menschliche Tätigkeit in dieser reichen und empfindlichen Umwelt ist noch sehr mannigfaltig: Jagd, Fischerei, Landwirtschaft und Tourismus. Der Mensch hat in der Lagune kostbare Fischarten gefunden, die er fischt oder züchtet in den bewallten Lagunenteiche: Äschen, Aale, Weichtiere, Krebse, Krabben; Vögel, wie vor allem Enten, zur Jagd bestimmt, die in der Lagune sehr mannigfaltig und zahlreich vertreten sind; fruchtbare Böden für den Anbau: auf den Landeszungen und in den größeren Inseln ist die spezialisierte Landwirtschaft in vollem Schwung, entlang dem Lagunenrand hingegen findet man eher extensiven Getreideanbau.
Der ständige unbemerkte Verkehr in den Lagunenkanälen, die bei Ebbe auf dem Grund erscheinen, oder die gespannte Stille auf den verlassenen Inseln bleiben den meisten Leuten unbekannt. Die tausende Touristen, die jedes Jahr die goldenen Strände der Küste und Venedig erreichen, scheinen dies alles gleichgültig zu betrachten. Das Brackwasser, das vom Wind getrieben und von den Meeresdüften gestreichelt wird, die weichen Lichter der Lagune müssen noch warten.
Strecke:
Ca’ Savio (Abfahrt von der gleichnamigen Straße) - Dünen und Küstenwald - Punta Sabbioni - Überfahrt auf dem Boot - Lido di Venezia - Malamocco - Alberoni - Überfahrt auf dem Boot - Santa Maria del Mare - San Pietro in Volta - Murazzi - Pellestrina - Ca’ Roman - Überfahrt auf dem Boot - Chioggia
Gesamtlänge: 32 km
Zu sehen sind: Schlösser, geschichtstächtige Gebäude, Aussichten, Flora, Fauna, Wälder.![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
Bemerkung: denken Sie bitte daran, daß bei den Überfahrten auf dem Boot nur eine begrenzte Anzahl von Fahrrädern zugelassen ist.
Es ist daher ratsam, im voraus genaue Informationen zu suchen und eventuell Vereinbarungen mit der öffentlichen Schiffsgesellschaft zu schließen. Vom Lido di Venezia können Sie mit öffentlichen Mitteln in 15 Minuten Venedig erreichen.
Von Ca’ Savio aus fahren Sie die gleichnamige Straße hinunter, und bevor Sie das Meer erreichen, biegen Sie nach rechts in die via Adige ein, dann nach links in die via Pealto und endlich wieder nach rechts in die via Montello.
Von der Straße biegen viele Landwege nach links in einen Küstenwald hinein, bis sie den Strand erreichen.
Es lohnt sich, kurz haltzumachen und diesen Teil der Küste zu besichtigen, die zum Teil die ursprünglichen Merkmale beibehalten hat: die Dünen sind nicht eingeebnet worden, und das Küstengebüsch ist nicht entwurzelt worden, um den Badestränden Platz zu machen.
Die Via Montello mündet am Anfang eines Dammes, der ca. 1 Km lang ist und die Grenze des Eingangs in die Lagune, nach San Nicolò genannt, bildet.
Wenn Sie nach links weiterfahre, erreichen Sie das offene Meer bis zum Leuchtturm “Die Pagode”.
Nach rechts hingegen erreichen Sie auf dem Lungomare Dante Alighieri den kleinen Punta Sabbioni, einen immer bevölkerten und mit Schiffen gezierten Hafen, wo Sie den Anlegeplatz des Schiffes zum Lido di Venezia (Abfahrt jede halbe Stunde) sehen können.
Nachdem Sie Ihr Fahrrad auf das Schiff mitgebracht und abgestellt haben, können Sie auf der Fahrt das wunderbare Panorama, vom Eingang in die Lagune bei San Nicolò bis hin in die innere Lagune, genießen, wobei Sie von der Ferne schon den Zauber der Paläste Venedigs am Horizont spüren können.
An den Anlegeplätzen Santa Maria Elisabetta oder San Nicolò auf dem Lido di Venezia, dem berühmten Strand Venedigs, steigen Sie aus und fahren nach Süden weiter; nachdem Sie der Via Sandro Gallo hinuntergefahren sind, die später bei der Brücke in der Nähe von Via Selvo Via Malamocco heißen wird, erreichen Sie die Lagune auf der Riva di Corinto: ganz in der Nähe sehen Sie die Insel des Alten Lazaretts, einer alten Stätte, die von der Republik für an übertragbaren Krankheiten erkrankte Menschen bestimmt war, und die heute ein Hundeheim geworden ist; die Gebäude auf der Insel werden zur Zeit restauriert.
Weiter nach rechts sehen Sie die Insel von San Lazzaro der Armenier, ein altes Heim für Leprakranke, die seit 1700 die Nachfolger des Armenier-Abtes Mechitar beherbergt.
Man kann diese Insel besichtigen, indem man die öffentlichen Schiffe der Linie 20 nimmt: die restaurierten Kirche und Kloster enthalten ausragende Kunstwerke. Die berühmte Druckerei ist noch in Betrieb.
San Lazzaro ist das einzige Beispiel einer kleinen Laguneninsel, die nicht verlassen und verwahrlost ist, und zeigt, wie ein harmonisches Leben vielfältige kulturelle, sportliche und kunsthandwerkliche Tätigkeiten ermöglichen kann.
In der Nähe von einem Reiterfeld kommen Sie wieder zur Hauptstraße zurück und fahren Sie auf einer geraden Straße weiter, die nach einer plötzlichen Biegung schnell entlang der Lagune fährt, den breiten Wasserflächen, der Insel Poveglia und dem kleinen Dörfchen Malamocco gegenüber.
Die verlassene, kleine Insel, die einmal reich an Weingärten und Salzböden war und heute unbewohnt ist, hat eine glänzende Vergangenheit hinter sich.
Wie Malamocco besaß sie das Privileg einer unabhängigen Regierung.
Wenige Kilometer noch auf dem Sattel um Alberoni zu erreichen, wo man den Strand einfach besichtigen muß: die hohen Dünen, die von typischen Pflanzen bewachsen sind, sind das Merkmal dieses Strandes, der wohl einer der letzten noch intakten Küstenteile der Oberen Adria ist.
Der italienische Regisseur Visconti drehte hier manche Teile seines "Tod in Venedig".
Wenn Sie der Via del Faro weiterfolgen, kommen Sie zum südlichen Ende dieses Lidos, und in 10 Minuten Bootsüberfahrt erreichen Sie den Eingang zur Lagune, der Malamocco genannt ist, und legen an Santa Maria del Mare an.
Die Insel Pellestrina ist eine schmale und lange Landeszunge zwischen Meer und Lagune und ist vor den wilden Meeresströmungen von einem der mächtigsten Wälle geschützt, die die Republik Venedig errichten konnte, um die Hauptstadt zu retten.
Die Murazzi laufen die ganze Küste entlang und schützen gleichzeitig die winzigen Fischerdörfer, die voller Klänge, Aufrufe und Stimmen der Lagune geöffnet sind: San Pietro in Volta, Portosecco (ein ehemaliger, nun versandeter Hafen), San Antonio und Pellestrina. Der Besucher kann hier frei wählen, was er am besten seine Aufmerksamkeit und Neugierde schenken möchte: vielleicht eine kurze Pause auf dem Wall, oder eher auf der geraden Straßen weiterfahren, oder sich in den winzigen Gassen und auf dem Laufsteg am Rande der Lagune verlaufen. Nach Pellestrina, wenn Sie den Friedhof hinter sich haben, fahren Sie am Fuße großer Steinblöcke aus Istrien weiter, die die Murazzi bilden, wenige Meter vom Meer entfernt. Die Inschriften, die mit regelmäßigen Abständen zu sehen sind, nennen das Gründungsjahr der einzelnen Teile des Walls, die Jahr für Jahr von der Republik errichtet wurden. Der Lido von Ca’ Roman öffnet dem Auge ca. 40 Hektar Strand, Dünen und Küstengebüsch. Hier bieten die Dünen vielen Tier- und Pflanzenarten einen letzten Schutz, und bilden einen natürlichen Damm, indem sie die Lagune vom Meer gleichzeitig begrenzen und verteidigen, wie die Ingenieure der alten Republik Venedig wohl wußten. Ein Forschungsprojekt der Umweltabteilung der Stadt Venedig über das Nisten zweier Vogelarten, des Seeregenpfeifers und der Zwergseeschwalbe, die beide auf Ca’ Roman ansässig sind, machte von der kleinen Insel einen Schutzgebiet von großem Interesse.
Wenn Sie von Ca’ Roman auch Chioggia erreichen möchten, müssen Sie noch den dritten Eingang zur Lagune überfahren, und dafür müssen Sie nach Pellestrina zurückkehren, woher öffentliche Schiffe ziemlich oft nach Chioggia abfahren.
Landkreis VenedigDieser Ausflug wird von der Genossenschaft Limosa Operatori Naturalisti vorgestellt.
Webseite: http://www.limosa.it
Erschienen bei Achab Editoria - Scorzè
[ Hier können Sie die Karte herunterladen (1,3 MB) ]
Fotos und Beschreibung der verfügbaren Dienste