Jesolo richtet sein Augenmerk auf Gäste mit Behinderungen
Jesolo ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts ein Fremdenverkehrsort. Dank seiner kontinuierlichen Entwicklung zählt Jesolo heute über 5 Millionen Touristen pro Jahr.
Der Strand von Jesolo zieht verschiedenste Touristen aus aller Herren Länder an. Dank der Nähe zu Venedig ist Jesolo ein beliebtes Ziel – hier lässt sich ein Aufenthalt bei Meer und Sonne mit dem Besuch der romantischsten Stadt der Welt ideal verbinden.
Aber der Ort zeichnet sich nicht nur durch seinen goldgelben Strand und die ausgezeichnete Wasserqualität des Meeres aus. Seit 2004 ist Jesolo mit der BLAUEN FLAGGE zertifiziert. Zudem bieten sich dem Gast zahlreiche Möglichkeiten: der 18-Loch-Golfplatz; das Reitsportzentrum, das internationale Champions hervorgebracht hat; der große Yachthafen; AQUALANDIA, der große Vergnügungspark mit italienweit einzigartigen Attraktionen. Ohne dabei die Exkursionen in die Lagunenlandschaft, die Gastronomie, nächtliche Unterhaltung und die unzähligen Events auf den Plätzen der Stadt zu vergessen. Nennenswert sind außerdem die SANDSKULPTUREN, die MISS ITALIEN WELTWEIT sowie die Flugschau der FRECCE TRICOLORI.
Im Laufe der Zeit hat man sich in Jesolo auch Menschen mit besonderen Bedürfnissen angepasst. Zum Beispiel sind die Hotels in der Lage, individuelle Diäten zuzubereiten.
Außerdem hat man viel geleistet, um den Aufenthalt für Rollstuhlfahrer zu erleichtern. Die Promenade, die fast entlang des ganzen Strandes verläuft, kann auch mit einem Rollstuhl befahren werden. Von hier aus führen vielen Wege zum Strand. Am Strand sind auch Spezialstühle verfügbar, mit denen man am Strand fahren und somit das Meer erreichen kann. Entlang des Strandes stehen zahlreiche sanitäre Einrichtungen auch für Rollstuhlfahrer zur Verfügung.
Behindertengerechte sanitäre Einrichtungen am Strand
Behindertengerechte sanitäre Einrichtungen am Strand
Strandpromenade, die auch mit dem Rollstuhl befahrbar ist
Strandpromenade, die auch mit dem Rollstuhl befahrbar ist
Zugangswege zum Meer
Zugangswege zum Meer
Spezialstühle zur Mobilität am Sand und zum Erreichen des Meers
In Jesolo stehen viele behindertengerechte Parkplätze zur Verfügung. Man ist sehr bemüht, Gehsteige, Plätze, Treffpunkte und Veranstaltungsorte für Behinderte zugänglich zu machen.
Viele Hotels in der Stadt sind behindertengerecht ausgestattet. Jesolo war erfolgreicher Austragungsort für Athleten, die an verschiedenen bekannten Sportevents teilgenommen haben, wie der Euro Beach Cup, das internationale Tennis Open für Rollstuhlfahrer oder die europäischen Tischtennis-Meisterschaften für Behinderte 2005, an denen 155 Spieler aus 21 Nationen teilgenommen haben.
Wenn man über behindertengerechte Ausstattung spricht, dann besteht die Gefahr, dass dies zu einer Art Selbstbescheinigung wird, die allerdings häufig unzureichend ist, um das tatsächliche Freisein der gefürchteten architektonischen Barrieren zu gewährleisten. Es wird wohl schon jedem behinderten Gast einmal passiert sein, dass er in einem behindertengerecht klassifizierten Hotel Barrieren und Hindernisse vorgefunden hat, die den Aufenthalt schwierig oder unmöglich gemacht haben. Und dabei handelt es sich nicht immer um die böse Absicht des Hotelbetreibers; manchmal kann es die Unfähigkeit von jenen sein, die dem Gast Informationen geben, ein Hindernis zu erkennen oder korrekt den Platzbedarf eines Rollstuhls beim Manövrieren einzuschätzen.
So ist das Projekt JESOLO 4 ALL entstanden, das dieses Problem in Angriff nehmen will. Eine eigens vom Bürgermeister einberufene Kommission, bestehend aus zwei Gemeindebediensteten, einen Bediensteten des Hotelierverbandes (Associazione Albergatori) und einigen Rollstuhlfahrern, hat die Aufgabe, die Hotels vor Ort zu überprüfen, um eine möglichst transparente Information über die Behindertengerechtigkeit zu geben.
Es geht um die Beurteilung der Behindertengerechtigkeit, die häufig darin besteht, zweifelhafte und wenig nützliche Etiketten zu vergeben, um behinderten Gästen ein einfaches und wirksames Instrument zur Konsultation zu bieten, um anhand realer Daten die Orte kennen zu lernen, die von Interesse sind, damit der Gast selbst die Zugänglichkeit in Hinblick auf seine persönlichen Bedürfnisse einschätzen kann.
In dieser ersten Phase ist das Projekt JESOLO 4 ALL mit den Hotels befasst, aber in weiterer Folge wird es auch auf Restaurants, Pizzerien und auf jeden anderen Ort des Interesses und auf die Stadt selbst ausgedehnt.
Um besser zu verstehen, was JESOLO 4 ALL ist, haben wir diese 12 Fragen und Antworten vorbereitet:
Frage: Was ist JESOLO 4 ALL?
Antwort: Es handelt sich um eine Initiative der Gemeinde Jesolo, der AJA (Hotelierverband) und einigen behinderten Personen. Ziel von JESOLO 4 ALL ist es, den behinderten Gästen sämtliche Daten und Informationen zu geben, die nützlich sind, um die Behindertengerechtigkeit eines Hotels zu bewerten. Die Daten über die Behindertengerechtigkeit des Hotels werden vom Hotelier zur Verfügung gestellt und vor Ort von einer eigenen Arbeitsgruppe überprüft.
F: Was ist JESOLO 4 ALL nicht?
A: JESOLO 4 ALL ist kein Gütesiegel, welches die Behindertengerechtigkeit eines Hotels bescheinigt. Die zahlreichen Varianten zu den verschiedenen Arten bestehender Behinderungen sorgen dafür, dass ein Hotel für bestimmte Personen unzugänglich und für andere behinderte Personen zugänglich ist. Über JESOLO 4 ALL ist es der Gast selbst, der die Zugänglichkeit des Hotels bewertet und seine Notwendigkeit an Daten und verfügbaren Informationen in Beziehung zueinander stellt.
F: Wem nützt JESOLO 4 ALL?
A: Den behinderten Touristen, der einen Urlaub in Jesolo plant und der mit Sicherheit wissen will, ob das in Frage kommende Hotel architektonische Barrieren, Hindernisse oder Schwierigkeiten aufweist, die zu einem misslungenen Urlaub führen könnten.
F: Was gewährleistet JESOLO 4 ALL?
A: Dass die veröffentlichten Daten und Informationen wahr sind und vor Ort von einer qualifizierten und vom Hotelbetreiber unabhängigen Arbeitsgruppe überprüft worden sind.
F: Wer garantiert für die Zuverlässigkeit der Daten?
A: Der Bürgermeister von Jesolo.
F: Aus wem setzt sich die Arbeitsgruppe JESOLO 4 ALL zusammen, die die Daten der Zugänglichkeit zu den Hotels überprüft?
A: Aus Gemeindebediensteten, einem Vertreter der AJA (Hotelierverband) und aus einigen Rollstuhlfahrern.
F: Was bedeutet es für ein Hotel am Projekt JESOLO 4 ALL beteiligt zu sein?
A: Dies bedeutet, bei der Arbeitsgruppe von JESOLO 4 ALL zu beantragen, dass das eigene Hotel besucht wird, um sämtliche Maßnahmen und Erhebungen durchzuführen, die nützlich sind, um die Anforderungen an die behindertengerechte Struktur zu beschreiben.
F: Wenn ein Hotel zu JESOLO 4 ALL gehört, heißt es, dass es behindertengerecht ist?
A: Es ist der behinderte Gast, der darüber entscheidet, ob das Hotel für seine Bedürfnisse geeignet ist oder nicht. Um diese Bewertung vorzunehmen, stehen dem Gast die Maßnahmen und Beobachtungen zur Verfügung, die für ihn von der Arbeitsgruppe JESOLO 4 ALL, die das Hotel besucht hat, gemacht worden sind.
F: Wenn ein Hotel kein JESOLO 4 ALL ist, heißt es, dass es nicht behindertengerecht ist?
A: Die Beteiligung am Projekt JESOLO 4 ALL ist auf freiwilliger Basis. Der Hotelbetreiber selbst fordert die Untersuchung der Arbeitsgruppe an. Gründe dafür, dass ein Hotelbetreiber sich nicht dazu entschließt, sich an dem Projekt JESOLO 4 ALL zu beteiligen, kann sein Bewusstsein über die Unzugänglichkeit seines Hotels sein, oder die Entscheidung, seinen Gästen die Informationen über die Zugänglichkeit des Hotels auf eine andere Art als JESOLO 4 ALL zu geben.
F: Gibt es Mindestanforderungen, damit sich ein Hotel JESOLO 4 ALL nennen darf?
A: Ja. Ausgeschlossen sind die Hotels, die nicht bequem von einem Rollstuhlfahrer aus besucht werden können bzw. die nicht den Mindestanforderungen entsprechen: es muss zumindest eine Zufahrt von der öffentlichen Straße bis zum Gebäudeeingang gegeben sein, die gemeinschaftlichen Teile und Dienste (Rezeption, Frühstücksraum, Speisesaal und Bar) müssen auch von Rollstuhlfahrern bequem genutzt werden können. Unter „bequem" versteht man die Möglichkeit einen Treppenlift zu benutzen, auch wenn er vom Hotelpersonal bedient wird. Als nicht „bequem" gilt, wenn das Hotelpersonal für die Beförderung „von Gewicht" der behinderten Person erforderlich ist.
F: Können sich die Daten JESOLO 4 ALL über die Behindertengerechtigkeit eines Hotels im Laufe der Zeit verändern?
A: Ja, wenn zum Beispiel Änderungen an der Hotelstruktur vorgenommen werden. Bevor die Daten über die Behindertengerechtigkeit geändert werden, besucht die Arbeitsgruppe JESOLO 4 ALL erneut das Hotel und nimmt die Erhebungen vor.
F: An wen kann sich der Gast melden, wenn die Daten von JESOLO 4 ALL nicht der Wahrheit entsprechen?
R: An den Bürgermeister von Jesolo.
Fotos und Beschreibung der verfügbaren Dienste