
Binnenwasserstraßen behalten und fördern wollte, mit dem Bau eines nun verschwundenen Kanals (1440). Mit dem Bau wurde ein gewisser Liberal da Oderzo beauftragt. Der Kanal sollte den Piave mit dem Revedoli verbinden, und damit war ein Wasserweg für die Schiffe aus Venedig bereitet, die ohne ins offene Meer zu fahren, Caorle, und danach durch Kanäle und Lagunen auch Grado erreichen konnten.
Die Eröffnung des Kanals im Frühjahr 1441 brachte auch die Eröffnung von vielen Märkten, von Wärter- und Wächterhäusern mit sich. Viele Adelige interessierten sich dann für die Region und investierten ihr Geld in landwirtschaftliche Betriebe.
Am Ende del 15. Jahrhunderts konnten tatsächlich einige Adelsfamilien, wie die Gradenigos, die Malipieros und Soranzos, mit der Bodentrocknung, nachdem sie vom ehemaligen bischöflichen Grundbesitz einige Ländereien erwerben konnten, und mit der Kolonisation derselben beginnen. Der Bischof von Jesolo war ursprünglich der Besitzer aller Salzgebiete zwischen dem westlichen Ende der Hafenmündung am Piave mit dem Gebiet um Lio Mazor und dem östlichen Ende der Hafenmündung am Livenza mit dem Gebiet um Caorle. Nach innen reichte seine Herrschaft bis Cittanova und die Marschgebiete von Jesolo und von Tre Cai.
Am 13. Januar 1495 gründete Tommaso Donà, Patriarch von Venedig, die Gemeinde von San Giovanni Battista, damit die älteste Gemeinde des niederen Piave, wobei er auf diese Weise die Wünsche der Edelleute und der Dienerschaft befriedigte.
Das neue Stadtzentrum entwickelte sich ca. 7-800 Meter von den Ruinen der alten Basilika entfernt, an der Kreuzung, die der Fluß und der Kanal bildeten.
Nach einigen Jahren wurde Alvise Zucharin und seine Nachfahren mit der Betreuung des Kanalsverkehrs beauftragt (20. November 1499). Der Name der Zucharins ersetzte allmählich den vergessenen Equilio-Jesolo und bezeichnete mit Cava (Kanal) Zucharina (der Zucharins) das neue Dorf. Diesen Namen findet man in alten Dokumenten des venezianischen Archivs in vielerlei Formen wieder: Cava Zuccherina, Cavazucharina, Cavazuccherina. Das Dorf und die Gemeinde, die von Napoleon am 22. Dezember 1807 gegründet wurde, behielten diesen Namen bis zum 28. August 1930, als endlich König Viktor Emmanuel III. den alten Namen Jesolo wieder einführte.![]()
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Die Umleitung der Flüsse Piave und Sile
Um die häufigen Überschwemmungen des Flusses Piave zu verhindern, die das Gleichgewicht in der Lagune drohten, beschloß die Serenissima am 7. März 1534 den Bau des sogenannten Sankt-Marcus-Ufers, das von Ponte di Piave bis Torre di Caligo nach Süden, im Gebiet von Jesolo, lief. Dieses Werk wurde im Jahre 1543 vollendet.
Dieses Werk aber konnte das Sicherheitsproblem nicht endgültig lösen, und zwar weder für die Region um Jesolo noch für di Lagunenhäfen um Venedig. Deshalb wurde ein Kanalbau Mitte des 16. Jahrhunderts beschlossen, der heutige Cavetta-Kanal, der zur Ergießung des Piave in Cortellazzo aber auch zur Besserung des Binnenwassernetzes zum Friaul und nach Istrien dienen sollte.
Auch dieses Werk begünstigte den Verkehr, ohne jedoch das Problem der Ergießung der Flußgewässer oder der Zuschüttung vor der Hafenmündung des wichtigsten Hafen Venedigs, San Nicolò, endgültig zu lösen.
Auch der Fluß Sile beschädigte den nördlichen Teil der Lagune von Venedig, vor allem das Gebiet um Torcello, so daß die Regierung in Venedig die Umleitung beider Flüsse beschloß.
Mehrere tausend Erdarbeiter aus dem ganzen venezianischen Staatgebiet machten sich im Jahre 1642 ans Werk. Sie leiteten den Lauf des Piave über Palazzetto (südlich von San Donà) um, indem sie seinen alten Lauf durch einen Wall stopften und das Flußbett für die letzten 20 Kilometer leer fließen ließen.
Der Fluß aber, nachdem er eine breite Fläche überschwemmt hatte (der sogenannte Piavesee), mündete schließlich im Herbst 1683 in Cortellazzo, anstatt bis nach Santa Margherita bei Caorle hinaufzufließen.
Nachdem bei seiner alten Mündung in die Lagune drei große Schleusen bei Portegrandi gebaut wurden und der Fluß durch einen neuen Schnitt mit dem alten Flußbett des Piave bei Caposile verbunden wurde, bekam auch der Sile im Jahre 1684 einen neuen Lauf, wobei er bei Jesolo mündete.
Diese großen Umleitungseingriffe von Flüssen, wofür man damals die heutigen mächtigen Ufer nicht bauen konnte, konnten das Gebiet um Cavazuccherina nicht verbessern. Für vier Jahrhunderte blieb sie noch ein Malariagebiet, bis diese schreckliche Krankheit durch die Bodentrocknung in den 1930er Jahren endgültig besiegt wurde.
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