
Handel
Obwohl der Bruderkrieg mit Eraclea um die Vorherrschaft und die Invasionen seine wirtschaflitchen Kräfte schwächten und seine Entwicklung bremsten, wuchs Jesolo ansehnlich an, wobei der Handel mit den Städten auf dem Festland, aber auch mit dem Orient gestärkt wurde. Die Flüsse hinauf und durch das Meer hindurch fuhren die Schiffe Jesolos und exportierten Fisch, Salz aus den 32 Statdtsalinen und Fertigwaren. Aus dem Ausland kamen Holz, Gewürze und Tücher: der Hafen war mit Händlern und Reisenden bevölkert, die dort anlegten, bevor die Jesolaner Matrosen die Waren entluden.
Von diesem Hafen, wenige Jahre vor 1000, fuhr der Doge Orseolo mit seiner Flotte ab, um die Küste Dalmatiens und Istriens zu erreichen, wo er die Piraten, die die östliche Adriaküste bewohnten, schlug und unterjochte.![]()
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Niedergang
Nach einigen Jahrhunderten Wohlstand und Reichtum kam Jesolos Niedergang.
Nachdem die Edelleute mit ihrem Reichtum und ihren Dienern die Stadt verlassen hatten und nach Rialto-Venedig, der neuen politischen und wirtschaftlichen Hauptstadt der Küstenregion, umgezogen waren, und die Stadt immer weniger Einwohner besaß, die den Launen des Piave nicht gewachsen waren, wurde die Stadt völlig verlassen. Papst Paul II. mußte im Herbst 1466 die Diözese auflösen, da es einfach keine Gläubige mehr gab, wobei das Diözesalgebiet dem Patriarchat von Venedig eingegliedert wurde.
Irgendetwas muß aber in der Zwischenzeit geschehen sein, das die Umwelt von Jesolo entscheidend veränderte: vom Beginn des 14. Jahrhunderts zeugen die wenigen Dokumente über die Bischöfe von Jesolo von der starken Abnahme der Bevölkerung in der Nähe der Kathedrale.
Vom 14. Jahrhundert an begannen die Bischöfe von Jesolo, die den Adelsfamilien Venedigs angehörten, in Venedig zu wohnen, und kamen für ihre Amtspflichten nur sehr selten nach Jesolo. Sie beauftragen die Domherren mit der Betreuung der verfallenen Domverwaltung, während die geographische und die wirtschaftliche Lage sich verschlimmerte.
Marco Cornaro schrieb zwischen 1442 und 1443, daß die Hauptursache des Niedergangs in der wachsenden Verwahrlosung der Umwelt lag: so daß Cità Nova und Giesolo von den beiden Flüssen Livenza und Piave zerstört worden sind, da sie diese Städte zu Sumpf- und ungesunden Gebieten gemacht haben, und somit von der Bevölkerung verlassen worden sind.
Der Historiker fährt dann weiter fort: Man bedenke, daß es dort, so wie im Inventar der Diözese zu lesen ist, 42 Kirchen gab, davon der Großteil mit Mosaikboden, so wie die heutige Markuskirche und Lio Mazor, geschmückt waren, und von diesen waren sieben ansehnliche Kirchen mit Marmorsäulen und einigen mit Mosaikwerken geziert. In ihnen betete und sang man zu Gottes Ehren, und nun sind vier fünftel von ihnen verfallen, in anderen sind Steine und Säulen bis zu den Fundamenten weggebracht worden, andere sind völlig verlassen in unbewohnten Dörfern, und dies geschah gegen den Willen derjenigen, die die Kirchen bauten, damit man Gott betete und der Seelen ihrer Verstorbenen gedachte.
Dies alles geschah wegen des Süßwassers, das diese Städte zu Sümpfen und die Luft so ungesund gemacht hat, daß sie verlassen wurden.
Obwohl sie heute nur eine übriggebliebene Fiale zeigen kann, ist die Kathedrale vom 10.-11. Jahrhundert, die eine vorherige Kirche mit Mosaikboden ersetzte, noch imstande, den Besuchern von heute noch ihren alten Glanz erahnen lassen.
Unter wenigen Zentimetern Erde vergraben, wartet auch die alte Stadt auf begeisterte Archäologen, die die Überreste aus alten Zeiten wieder ans Licht bringen, um den hohen Grad ihrer alten Kultur und ihre Größe in der fernen Vergangenheit zu beweisen.
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